15.05.2019

Unterschiedliche Reaktionen auf EuGH-Urteil zur Arbeitszeiterfassung – Wichtiger Schritt für die Patientensicherheit – Windhorst: „Die wiederkehrenden Forderungen der Gesundheitsberufe wurden bestätigt“ – Kammer befürwortet Arbeitszeit-Urteil

Das Urteil des Europäischen Gerichtshofes zur Erfassung der Arbeitszeit ist nach Ansicht der Ärztekammer Westfalen-Lippe eine Bestätigung der „immer wiederkehrenden Forderungen aus den Gesundheitsberufen, eine systematische und kontinuierliche Arbeitszeiterfassung einzurichten“. Kammerpräsident Dr. Theodor Windhorst zeigt sich zufrieden damit, dass die Arbeitgeber zukünftig zu einer genauen und objektiven Zeiterfassung über die gesamte Arbeitszeit verpflichtet werden.

Windhorst: „Damit wird die Dokumentation der Arbeitszeiten und damit der wirklichen Arbeitszeit für die Patientenversorgung verbessert und werden Manipulationen ausgeschlossen. Mag die Rückkehr zur guten alten Stechuhr für Kleinbetriebe ein gefühlter Rückschritt sein, so bedeutet das EuGH-Urteil insbesondere für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in den Gesundheitsberufen eine klare Kante bei der Darstellung ihrer Arbeitsbelastungen. Für die Ärztinnen und Ärzte hat das große positive Auswirkungen auf ihren Arbeitsalltag und die Belastung im Arbeitsalltag. Damit wird nicht dem Misstrauen das Wort geredet. In den Gesundheitsberufen brauchen wir aber klare Echtdaten für eine Belastungsdarstellung auf neutraler Basis. Man kann nun mit eindeutigen Zahlen die Arbeitszeiten von vorne bis hinten inklusive der unzähligen Überstunden und außertariflichen Belastungen, die immer wieder billigend in Kauf genommen werden, darstellen.“

Zwar fielen die Reaktionen auf das Urteil des Europäischen Gerichtshofes naturgemäß bei Arbeitgebern und Arbeitnehmern unterschiedlich aus, so Windhorst weiter, aber nicht nur für die Ärzteschaft sei eine umfassende Arbeitszeiterfassung eine klare Verbesserung. „Auch die Patienten profitieren davon, denn es verhindert, dass die Patienten von übermüdeten und ausgebrannten Ärzten behandelt werden. Das ist ein wichtiger Schritt für die Sicherheit im Versorgungsalltag.“

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