12.04.2019

Vorstands-Votum: Funktionierende Verteilung der Verantwortlichkeiten garantiert hochstehende Patientenversorgung - Ärztekammer wehrt sich gegen Eingriffe in die Weiterbildung - Windhorst: „Versorgungsqualität und Patientensicherheit gehen über alles“

Die Versorgung der Patienten auf hohem Niveau und die ärztliche Weiterbildung müssen immer in der alleinigen Verantwortung der Ärzteschaft liegen. In Krankenhäusern darf es kein Gegeneinander von Klinikleitung und Ärzteschaft geben. Vielmehr ist ein Miteinander unter Beibehaltung der Verteilung von Verantwortlichkeiten notwendig, um dauerhaft eine hochqualifizierte medizinische Versorgung in den Kliniken zu gewährleisten. Mit diesem Votum reagiert der Vorstand der Ärztekammer Westfalen-Lippe (ÄKWL) auf die Ereignisse bei den Mindener Mühlenkreiskliniken um die zeitweilige fristlose Entlassung eines Chefarztes. In der zwischenzeitlichen Einigung der Streitparteien sieht der ÄKWL-Vorstand einen „ersten Schritt zu wieder geordneten Verhältnissen“. Nur so funktioniere eine Patientenversorgung mit hoher Qualität.

„Versorgungsqualität und Patientensicherheit gehen über alles“, sagt Kammerpräsident Dr. Theodor Windhorst. Deshalb sei es zu begrüßen, dass sich alle Betroffenen schlussendlich an einen Tisch gesetzt und eine einvernehmliche Lösung im Sinne der Patienten und deren medizinischer Versorgung gefunden haben, die nach Meinung des Kammervorstandes weitergehende Eingriffe in die Weiterbildungsbefugnis nicht notwendig machten.

In diesem Zusammenhang weist Kammerpräsident Windhorst aber auch nochmals deutlich auf die Kontrollfunktion der Ärztekammer hin. Zum einen werde sich die Kammer stets hinter Ärzte stellen, auf die durch eine Krankenhausverwaltung ökonomischer oder anderweitiger Handlungsdruck ausgeübt werde. „Dirigistische Eingriffe in das freie ärztliche Handeln werden wir nicht zulassen – von keiner Seite“, so Windhorst. Die Position der Kammer sei aktuell durch den öffentlichen Einsatz der niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen, ein Solidaritäts-Schreiben der Chefärzte sowie auch aus der Bevölkerung heraus unterstützt worden, so Windhorst.

Besonders wichtig ist dem Vorstand der ÄKWL auch, die Qualität der ärztlichen Weiterbildung zu sichern. „Weiterbildung ist eine Kernkompetenz der Kammern. Unter dem Motto ‚Qualität durch Qualifikation‘ trägt sie dazu bei, medizinisches Wissen von Arztgeneration zu Arztgeneration weiterzugeben. Deshalb können in der Weiterbildung erworbene Kenntnisse auch nur von den ärztlichen Weiterbildungsbefugten attestiert und in Zeugnissen festgehalten werden, denn nur sie haben das Zeugniserteilungsrecht. Eine Instrumentalisierung von Zeugnissen außerhalb dieser Weiterbildungsbefugnisse wird die Kammer nicht dulden.“ Sollte in diese von der Ärztekammer vergebenen Ermächtigungen eingegriffen werden, werde die Kammer prüfen, ob ein Krankenhaus generell als Weiterbildungsstätte geeignet ist. „Die ärztliche Weiterbildung ist ein hohes Gut, das von unserer Seite stets geschützt werden wird“, so Windhorst abschließend.

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