30.11.2017

ZI-Studie zur Inanspruchnahme der Kliniknotaufnahmen - Zahlen-Schubserei ist für die Mitarbeiter Schlag ins Gesicht - Windhorst sieht durch Überlastung der Notaufnahmen einen drohenden Qualitätsverlust für Patienten in Not

Heftige Kritik ruft die aktuelle Studie des Zentralinstitutes für die kassenärztliche Versorgung (ZI) zur Inanspruchnahme der Notaufnahmen in den Krankenhäusern bei der Ärztekammer Westfalen-Lippe hervor. Laut der ZI-Untersuchung werden in Deutschland im Durchschnitt nur 1,7 Patienten pro Stunde in Notaufnahmen behandelt. Kammerpräsident Dr. Theodor Windhorst weist darauf hin, dass es in den letzten Jahren einen enormen Zulauf bei den Klinikambulanzen gegeben habe und die Krankenhäuser in den Notaufnahmen komplett überlastet seien. „Wir verzeichnen einen Anstieg von 10,6 auf zwölf Millionen Fälle pro Jahr in den Notfallaufnahmen, die nach Codierung durch das KV-System behandelt werden sollten. Bei diesen hohen Versorgungszahlen sind geordnete Abläufe in den Notaufnahmen kaum noch möglich, besonders bei akuter Lebensgefahr.“

Die ZI-Studie ist für Kammerpräsident Windhorst nicht nachvollziehbar, vielmehr arbeite sie mit einer statistischen Verdrehung der Realität. „Insgesamt geht es darum, durch Zahlen-Schubserei von einem Versorgungsmangel der Patienten in den Klinikambulanzen abzulenken.“ Hier befürchtet die Ärztekammer einen Interessenszusammenhang zwischen ZI und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, um ein akutes Problem zu nivellieren und die Notwendigkeit für rasche Lösungen im Sinne einer qualifizierten Patientenversorgung zu behindern. „Es soll keiner glauben, dass die Mitarbeiter in den Notaufnahmen Däumchen drehen können.“

Windhorst: „Kein Patient darf in der Notfallaufnahme abgewiesen werden. Das ärztliche und pflegerische Personal versucht oft unter schwierigsten Bedingungen, die Patienten zu versorgen. Wir müssen größte Anstrengungen unternehmen, damit hier keine Beinahe-Fehler oder dauerhafter Qualitätsverlust in der Versorgung entstehen. Schnelle Lösungen sind notwendig.“ Die Werkstattgespräche des Sachverständigenrats Gesundheit zeigten hier erste positive Ansätze, so Windhorst.

„Das Kleinreden und Kleinrechnen von den vorhandenen Problemen in den Notfallambulanzen ist ein Schlag in die Gesichter aller Mitarbeiter in den Notaufnahmen.“

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