23.06.2014

Zahl der Anträge wegen Behandlungsfehler-Vorwürfen gesunken - Gutachterkommission für Arzthaftpflichtfragen verbessert Verfahren und Service

Mit neuer Organisationsstruktur und Verfahrensweise verbessert die Ärztekammer Westfalen-Lippe ab 1. Juli die Arbeit ihrer „Gutachterkommission für Arzthaftpflichtfragen“. „Die Kommission klärt Behandlungsfehler-Vorwürfe und trägt seit vielen Jahren erfolgreich dazu bei, in Haftpflicht-Streitfällen einen außergerichtlichen Ausgleich zwischen Patient und Arzt zu finden“, erklärt Dr. Theodor Windhorst, Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe. „Durch die jetzt anstehenden Neuerungen wird der Nutzen der Kommissions-Entscheidungen und der Service für alle, die sich an die Kommission wenden, noch einmal verbessert.“

Im Jahr 2013 gingen 1440 Anträge auf Klärung eines vermuteten Behandlungsfehlers bei der Kommission ein, 101 weniger als noch im Vorjahr. Bei 209 bzw. rund 19 Prozent der 1158 im Jahr 2013 entschiedenen Anträge erkannte die Kommission einen Behandlungsfehler (dieser Wert blieb gegenüber 2012 unverändert). „Der Zugang zur Gutachterkommission ist leicht und in Kürze auch über ein internetbasiertes Portal möglich“, erläutert der Kammerpräsident. Das Verfahren bei der Kommission sei für die Antragsteller kostenlos. „Die Vorwürfe werden zeitnah und neutral bewertet. Wenn ein Behandlungsfehler bestätigt wird, erhält der Antragsteller auch eine Aussage darüber, wie seine Haftungsansprüche juristisch einzuschätzen sind.“

Die Ärztekammer Westfalen-Lippe, so Dr. Windhorst weiter, lege großen Wert darauf, dass die Entscheidungen der Gutachterkommission an aktuellen medizinischen und juristischen Standards ausgerichtet und auch für medizinische Laien verständlich, nachvollziehbar und nützlich sind. Dazu arbeite die u. a. mit Juristen und Ärzten besetzte Geschäftsstelle der Kommission eng mit besonders erfahrenen ärztlichen Gutachtern zusammen. „Eine wichtige Neuerung dabei ist, dass zukünftig nicht nur der betroffene Arzt und Patient, sondern auch Krankenhäuser und Haftpflichtversicherer sich am Verfahren beteiligen können. Wir holen, wenn nötig, alle Beteiligten mit ins Boot – das wird, wenn tatsächlich ein Haftpflichtfall vorliegt, die spätere Regulierung des Schadens vereinfachen“, hofft der Kammerpräsident.

Mit der Neuorganisation der Gutachterkommission wird zudem die Rolle der Patienten gestärkt: Ein Patientenvertreter nimmt zukünftig ihre Interessen wahr. „Die Gutachterkommission wird zudem ihre Arbeit durch regelmäßige Evaluation der Verfahren immer wieder überprüfen“, kündigt Dr. Windhorst an. „Damit haben Nutzer dieses Angebots Gelegenheit, Rückmeldung zu geben – und die Kommission kann ihre Arbeit noch genauer an deren Bedürfnissen ausrichten.“

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